Wie reagieren Organismen auf rasche Umweltveränderungen? Welche Arten sind besonders anfällig für den Klimawandel – und welche Mechanismen bestimmen ihren langfristigen evolutionären Erfolg? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigen sich Forschende des Lehrstuhls Paläoumwelt am GeoZentrum Nordbayern der FAU. Ihre Arbeiten verbinden Erkenntnisse aus der Paläontologie mit modernen Analysemethoden und leisten so wichtige Beiträge zum Verständnis der Auswirkungen des Klimawandels auf marine Ökosysteme.
Wie Fossilien helfen, die heutige Klima- und Biodiversitätskrisen besser zu verstehen, und wie er selbst zu den Geowissenschaften kam, berichtete Prof. Dr. Wolfgang Kießling kürzlich in einem Interview mit der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ): „Das nächste Korallenriff liegt vor meiner Haustür“.


Auch aktuelle Studien, an denen Forschende des Lehrstuhls Paläoumwelt beteiligt waren, stießen auf reges öffentliches Interesse. So zeigt eine kürzlich veröffentlichte Publikation, dass globale Erwärmungsphasen mit einer besonders starken Abnahme der Körpergröße von Meerestieren einhergingen. Der sogenannte Lilliput-Effekt tritt seit Hunderten Millionen Jahren auf und könnte sich angesichts der aktuellen Erderwärmung erneut verstärken. Weitere Informationen bietet der FAU-News-Beitrag „Klimawandel lässt Meerestiere schrumpfen“.
Eine zweite, ebenfalls kürzlich veröffentlichte Studie belegt, dass evolutionärer Erfolg keinen festen Gesetzmäßigkeiten folgt und selbst erfolgreiche Lebensstrategien ihren Vorteil verlieren können, wenn sich Umweltbedingungen verändern („Klimawandel verändert die Regeln des Überlebens“). Die Ergebnisse dieser Studien verdeutlichen, wie Erkenntnisse aus der Erdgeschichte helfen, die Folgen des heutigen Klimawandels besser einzuordnen und zukünftige Entwicklungen mariner Ökosysteme besser zu verstehen.

https://www.fau.de/2026/06/news/forschung/klimawandel-veraendert-die-regeln-des-ueberlebens/