Karbonatsedimentologie und Mikrofaziesanalyse

Karbonatsedimentologie und Mikrofaziesanalyse

Karbonatgesteine werden von Organismen produziert, oder, wie es Noel James 1979 kurz und prägnant ausgedrückt hat, „carbonates are born not made“. Das macht sie zu einzigartigen Archiven der Klima- und Umweltgeschichte. Darüber hinaus verkörpern sie auch wichtige Speichergesteine z.B. für Kohlenwasserstoffe. Die Erforschung karbonatischer Ablagerungssysteme ist seit Jahrzehnten ein Schwerpunkt in Erlangen und äußert sich z.B. in den international viel beachteten „Flügel-Kursen“ zur Mikrofaziesanalyse sowie der Herausgabe der internationalen Zeitschrift „FACIES“ (im Springer-Verlag), die weltweit zu den renommiertesten geowissenschaftlichen Zeitschriften zählt.

In diesem Forschungsschwerpunkt werden die Wechselwirkungen zwischen Umweltveränderungen (z.B. Klimawandel) und der belebten Umwelt (Biosphäre) während der erdgeschichtlichen Vergangenheit untersucht. Diese Wechselwirkungen sind komplex und erfordern den Einsatz innovativer Forschungsansätze und -methoden. In der geologischen Vergangenheit waren die durch Umweltänderungen ausgelösten Veränderungen der Biosphäre mehrfach sogar deutlich drastischer (Stichwort „Massenaussterben“) als in der Gegenwart. Ziel ist es letztendlich, die Auswirkungen der heutigen, zu einem großen Teil auf anthropogene Einflüsse zurückgehenden Veränderungen besser beurteilen und abschätzen zu können.

Fossile Organismen sind wichtige Zeugen der Erdgeschichte. Aus ihrem Vorkommen, ihrer Häufigkeit und Diversität lassen sich weitreichende Schlussfolgerungen über vergangene Ökosysteme ziehen. Dafür – und auch für die Biostratigraphie – ist jedoch eine korrekte taxonomische Einstufung unerlässlich. Diese stützt sich in der Paläontologie v.a. auf die Untersuchung der fossil erhaltungsfähigen Hartteile.