TERSANE & PaleoSynthesis
TERSANE

„Temperature-Related Stresses as a Unifying Principle in Ancient Extinctions“ („Temperaturbedingter Stress als verbindendes Prinzip bei Aussterbeereignissen in der Urzeit“)
In Verbindung mit lokalen und regionalen anthropogenen Faktoren wird die derzeitige vom Menschen verursachte Klimaerwärmung als eine große Bedrohung für die biologische Vielfalt angesehen. Die ökologischen Auswirkungen des Klimawandels sind bereits an Land und in den Ozeanen sichtbar. Diese Auswirkungen zeigen sich vor allem in demografischen Veränderungen/Veränderungen der Bestandsdichte sowie in phänologischen und Verbreitungsverschiebungen, während bislang nur lokale Aussterbeereignisse mit einiger Sicherheit auf den Klimawandel zurückgeführt werden können. Es ist zu erwarten, dass sich dies in naher Zukunft aufgrund von direktem Hitzestress, Nahrungsmangel, zeitlichen Diskrepanzen bei saisonalen Aktivitäten, geografischen Migrationsbarrieren und neuen biologischen Wechselwirkungen ändern wird. Mit der Erwärmung des Klimas in marinen Systemen sind zusätzliche Stressfaktoren verbunden, nämlich Versauerung und Sauerstoffmangel. Die Versauerung der Ozeane wird durch die Aufnahme von CO2 verursacht, während der Sauerstoffmangel eine Folge der Erwärmung des Wassers, der zunehmenden Schichtung der Ozeane und des Aufsteigens hypoxischer Gewässer ist. Die Kombination aus Erwärmung, Versauerung und Sauerstoffmangel wird als „tödliches Trio“ bezeichnet. Die Temperatur ist der allgegenwärtigste Umweltfaktor, der die funktionellen Eigenschaften und Grenzen des Lebens prägt. Sie spielt auch eine zentrale Rolle bei der Entstehung und den biologischen Auswirkungen hypoxischer Gewässer sowie bei der Modulation der Auswirkungen der Ozeanversauerung mit und ohne begleitende Hypoxie. Aufgrund der Schlüsselrolle der Temperatur bei der Wechselwirkung der drei Faktoren haben wir diese als temperaturbezogene Stressfaktoren (TRS)
PaleoSynthesis

„Strengthening Paleontology – The German hub for global cooperation“ („Stärkung der Paläontologie – Das deutsche Zentrum für globale Zusammenarbeit“)
Paläontologie ist ein kleines Fach an Universitäten. In Deutschland gibt es nur 44 Professuren (Stand 2018), die über verschiedene Standorte verteilt sind. Die Fragmentierung erschwert die Entwicklung gemeinsamer Visionen und Forschungsschwerpunkte. Die Initiative der VolkswagenStiftung zur strukturellen Stärkung „kleiner Fächer“ greift dieses Problem auf und fördert innovative Ideen. Die Paläontologie der FAU hat sich mit ihrem Konzept gegen zahlreiche Mitbewerber im Wettbewerb durchgesetzt. Ab Oktober 2019 wird die VolkswagenStiftung die Paläontologie für die nächsten sieben Jahre mit fast einer Million Euro fördern.
Prof. Dr. Wolfgang Kießling, Abteilung Paläoumwelt FAU, und Prof. Dr. Manuel Steinbauer, Universität Bayreuth, leiten das Projekt. Sie wollen die Paläontologie im deutschsprachigen Raum beim Aufbau von Netzwerken, der Identifizierung gemeinsamer Forschungsschwerpunkte und der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses unterstützen. Die Hauptaufgabe besteht in der Einrichtung von Synthese-Workshops. Dabei handelt es sich um Arbeitstreffen von Experten, die an der FAU stattfinden sollen. Inhaltlich werden sie gemeinsam von allen praktizierenden Paläontologen gestaltet. So kommen Forschungsgruppen aus aller Welt zusammen, um gemeinsam zu forschen. Ein zentraler Aspekt der Synthese-Workshops ist auch die gemeinsame Entwicklung von Visionen und Strategien. Ein Beispiel hierfür ist die Frage: „Was sind derzeit die wichtigsten Fragen der Paläontologie und wie können wir sie gemeinsam beantworten?“ Zusätzlich zu den Workshops wird eine mobile App entwickelt, mit der Fossilien automatisch bestimmt werden können. Diese kann auch von Laien genutzt werden. Darüber hinaus werden Schulungs- und Innovationsworkshops weiterentwickelt, um Studierende und Lehrende weiterzubilden und die internationale Vernetzung zu fördern.
