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Paläontologie GZN beteiligt sich an der Ausstellung „Klimagewalten – Treibende Kraft der Evolution“ im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle

Noch bis zum 21.05.2018 ist im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) die Sonderausstellung „Klimagewalten – Treibende Kraft der Evolution“ (http://landesmuseum-klimagewalten.de) zu sehen, an der der Lehrstuhl Paläobiologie des GeoZentrums Nordbayern unter der Mithilfe von Dr. Dieta Ambros mit zahlreichen Leihgaben beteiligt ist.

Die Schau betrachtet den Wandel des Klimas im Verlauf großer Zeiträume und versucht, neue Blickwinkel auf die aktuellen Probleme zu erschließen. Der Ausgangspunkt liegt am Beginn des Känozoikums vor ca. 66 Millionen Jahren. War das Klima zunächst noch sehr warm, wird es insbesondere in den letzten 2,6 Millionen Jahren zunehmend unbeständiger. Warm- und Kaltzeiten wechseln sich nunmehr ab. Flora und Fauna müssen sich immer wieder auf neue Gegebenheiten einstellen.

Die beiden ersten Themenkomplexe der Ausstellung widmen sich den möglichen kosmischen und irdischen Ursachen natürlicher Klimaveränderungen und dem Phänomen der Eis- und Warmzeiten.
Zwei weitere Bereiche stellen die Tier- und Pflanzenwelt des Paläo- und Neogens („Tertiärs“) der des nachfolgenden Pleistozäns gegenüber.
In den nächsten Räumen wird dann auf die Evolution der Säugetiere in Abhängigkeit von Klimageschehen, Konkurrenzdruck und Räuber-Beute-Beziehungen eingegangen. Ein zentraler Bereich ist hierbei die Primatenevolution: von den frühen Lemuren über die Hominidenentwicklung bis zur Entstehung der Menschenarten, von denen letztlich nur Homo sapiens überlebte. Zum ersten Mal „reagierte“ mit dem Menschen ein Lebewesen nicht mehr nur mit biologischer Anpassung auf klimatische Veränderungen, sondern mit der aktiven Gestaltung seiner Umwelt. Waren die früheren Primaten noch Beute von Raubtieren, so entwickelten sich die Menschen im Lauf der Zeit zu Jägern und ihre Umwelt immer mehr beherrschenden Lebewesen. Werkzeuggebrauch, Feuernutzung, Bekleidung, Behausungen, Jagdwaffen ermöglichten es zunehmend, auch unter unwirtlichen Bedingungen zu überleben. Darüber hinaus beginnt der Mensch, sich auch mit künstlerischen Mitteln mit seiner Lebenswelt auseinanderzusetzen.
Rekonstruktionen, Dermoplastiken, Skelettmontagen und zahlreiche Lebensbilder zeugen von der ehemaligen Umwelt mit Säbelzahnkatzen, Höhlenlöwen, Riesenhyänen und Mammuten. Die spektakuläre Zentralinstallation zeigt den Kampf eines Mammutbullen und eines Jungtiers mit mehreren Höhlenlöwen.
Derzeit erwärmt sich das Erdklima in kürzester Zeit rapide. In längeren Zeiträumen ist jedoch durchaus auch eine bevorstehende Eiszeit denkbar. Mit diesen beiden möglichen Szenarien und ihren denkbaren Folgen entlässt die Ausstellung die Besucher.

Die Gesamtleitung der Ausstellung liegt bei Prof. Dr. H. Meller (Direktor LDA), Projektleiter ist Dr. T. Puttkammer (LDA), die Kuratoren sind Dr. D. Ambros (Erlangen) und K. Schauer (Salzburg).