Sebastian Teichert

Dr. Sebastian Teichert, Diplom-Geologe Univ.

Dr. Sebastian Teichert

Geozentrum Nordbayern
Lehrstuhl für Paläoumwelt (Prof. Dr. Kießling)

Loewenichstraße 28
91054 Erlangen

Forschungsschwerpunkte

  • Coralline Rotalgen
  • Arktische Biodiversität
  • Ökosystem-Ingenieure

  • Das Potenzial von corallinen Algen als Indikator des Klimas in der Südlichen Hemisphäre und für die Evaluierung von globalen Klimamodellen: eine Fallstudie zu Neuseeland

    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)

    Laufzeit: 1. Februar 2021 - 31. Januar 2024
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
    Globale Klimamodelle (Abk. GCMs) sind unsere wichtigsten wissenschaftlichen Werkzeuge, um das Klima der Zukunft einzuschätzen. Zudem liefern sie Daten-Input für regionale Atmosphärenmodelle, die uns die Berechnungen erlauben, wie sich der globale Klimawandel in bestimmten Regionen und Orten äußern wird (der sog. Klima-Impakt). Aufgrund dieser Bedeutung müssen GCMs so gut wie möglich mit Beobachtungen des vergangenen Klimas evaluiert werden, wobei ein Fokus auf der sog. "historischen Periode" von 1850 bis zur Gegenwart liegt. Die Evaluierung ist jedoch für den Zeitraum vor 1950 schwierig wegen einer deutlich reduzierten Beobachtungsqualität. Für die Südliche Hemisphäre ist das skizzierte Problem besonders groß, da sie im Vergleich zur Nördlichen Hemisphäre schwächer untersucht ist. --- Das hiesige Projekt setzt einen aufstrebenden Klima-Indikator ein, krustenbildende coralline Algen (KCA), um die Beobachtungszeitreihe des Klimas in Neuseeland bis 1850 zurück zu verlängern - mit dem Ziel der Verwendung dieses neuen Datensatzes für die Evaluierung von GCMs und Verbesserung regionaler Klimamodellierung. KCA haben
    im Vergleich zu anderen Klima-Indikatoren mehrere Vorteile, z.B. ihre weltweite Verbreitung, zeitlich hoch aufgelöste Information und relativ leichte Bergung. Der erste Projektteil sieht die Sammlung von KCA vor der Küste Neuseelands vor sowie die Analyse der gespeicherten geochemischen Signale, mit denen wir die Ozeantemperatur bis in das 19. Jahrhundert zurückverfolgen können (das großräumige Klimasignal). Zweitens wird die neue Information in ein Schema der GCM-Evaluierung einfließen, das die Fähigkeit der verschiedenen globalen Modelle zeigt, das großräumige Klima Neuseelands abzubilden. Der dritte Teil widmet sich schließlich numerischen Simulationen mit einem regionalen Atmosphärenmodell, um den Wert der Einbeziehung des KCA-basierten Kriteriums für die regionale Klimamodellierung festzustellen. Der Fokus hier liegt auf dem Hochgebirgsklima und den Gletschern in den Südlichen Alpen (das Impakt-Signal). Die regionale Modellierung wird zudem enthüllen, welche physikalischen Prozesse das Potenzial von KCA als Klima-Indikator beeinflussen. --- Das Projekt bündelt die Expertise von drei Schwerpunkten (Paläoklimatologie, Klima der Südlichen Hemisphäre und Klimamodellierung) im Rahmen einer Forschungspartnerschaft, die die Ziele des Projekts maßgeblich stützt. Die Impulse der potenziellen Resultate werden aber deutlich über die Fallstudie hinausreichen. Sie werden zeigen, wie man die zwei verschiedenen Welten der Klimamodellierung und der Klima-Indikatoren in einem systematischen Schema kombiniert, inklusive der Rolle von KCA, zugunsten von Fortschritten in der regionalen Klimamodellierung und Feststellung von Klimafolgen auf regionaler und lokaler Ebene. Diese Aussichten besitzen einen generischen Wert für die aktuelle Klimaforschung.

Beiträge in Fachzeitschriften

2021

2020

2019

2015

2014

2012

Beiträge in Sammelwerken

2021

Beiträge bei Tagungen

2020

2019

2018

2017

2015

2012

2010

2008

Sonstige

2017

  • , , , , , : Reinhard Rieger-Award in Zoomorphology (Institute of Zoology at the University of Innsbruck) – 2020

  • „Rotalgen bilden den Kleber der Korallenriffe“, Artikel von Anna Bolten in Bild der Wissenschaft am 23. Oktober 2020
  • „Riffe in der Arktis? Wenn Algen die Rolle von Korallen einnehmen“, Vortrag bei den ARDalpha Campus TALKS am 26. März 2019
  • Die Riffe der Arktis – Faszinierende Ökosysteme nördlich des Polarkreises“, Populärwissenschaftlicher Vortrag bei der Naturhistorischen Gesellschaft im Katharinensaal in Nürnberg am 22. November 2018
  • „Das ist eine Handvoll Sand aus Australien. Schau dir an, was alles darin steckt: Geheime Spuren im Sand“, Artikel von Annika Peißker in den Nürnberger Nachrichten und Erlanger Nachrichten am 21. Juli 2018
  • „Tauchfahrt ins Archiv der Arktis“, Artikel von Viola Kiel und Solvin Zankl im GEO Magazin im Oktober 2017
  • „Science Sets Sail“, Fahrtleiter Leg 1 (Kiel – Møn – Malmø – Bornholm – Riga), 15. – 25. Juli 2017
  • „Auf der Suche nach Leben unter dem Eis“, Artikel von Christina Merkel „Hochschule & Wissen“ in der Nürnberger Zeitung am 31. Mai 2017
  • „Die Riffe der Arktis: Wie entsteht Leben in der Ödnis?“, Populärwissenschaftlicher Vortrag bei „Wissenschaft im Schloss“ im Senatssaal des Kollegienhauses in Erlangen am 29. Mai 2017
  • „Rotalgen sind die Baumeister der Arktis“, Artikel von Matthias Orgeldinger in „Natur & Wissen“ in der Nürnberger Zeitung am16. Februar 2015
  • „Rhodolithe, außergewöhnliche Kalkalgen aus der Arktis“, Populärwissenschaftlicher Vortrag bei der Naturhistorischen Gesellschaft im Katharinensaal in Nürnberg am 27. Februar 2014

  • Habitat characteristics and carbonate cycling of macrophyte-supported polar carbonate factories (Svalbard) – Cruise No. MSM55 – June 11 – June 29, 2016 – Reykjavik (Iceland) – Longyearbyen (Norway)

  • Aquatic Botany
  • Biogeosciences
  • Bulletin of Marine Science
  • Estuarine, Coastal and Shelf Science
  • Facies
  • Frontiers in Marine Science
  • Geochemistry, Geophysics, Geosystems
  • Geochimica et Cosmochimica Acta
  • Journal of Phycology
  • Marine Biodiversity
  • Marine Ecology Progress Series
  • Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology
  • Paleoceanography and Paleoclimatology
  • Polar Biology
  • Progress in Earth and Planetary Science
  • Scientific Reports